Die Deutsche Bundesregierung unterstützt GARDP bei der Entdeckung, Entwicklung und Bereitstellung von kostengünstigen Antibiotika

[Genf- 1 November 2018]

Der Fokus der Förderung liegt auf der Forschung und Entwicklung für Therapien gegen Infektionen mit Gram-negativen Erregern

[English]

Die Globale Partnerschaft für Antibiotika-Forschung und Entwicklung (GARDP) dankt dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für die Unterstützung mit Fördermitteln in Höhe von 50 Millionen Euro. Die Gelder tragen bereits dazu bei, die Entdeckung, Entwicklung und Bereitstellung von kostengünstigen neuen Antibiotika voranzutreiben. Diese neuen Antibiotika sollen die Behandlung von Erwachsenen und Kindern verbessern, die an Gram-negativen Infektionen erkrankt sind.

Antimikrobielle Resistenz (AMR) ist eine bedeutende und zunehmende Bedrohung für die globale öffentliche Gesundheit. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 700 000 Todesfälle pro Jahr durch Resistenzen verursacht werden.1 Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht den Kampf gegen schwere bakterielle Infektionen, vor allem durch Gram-negative Erreger, als einen wichtigen Schwerpunkt für die globale Gesundheit. Die Förderung durch das BMBF unterstützt die Anstrengungen von GARDP in der Entwicklung von Therapien gegen diese Infektionen, die die öffentliche Gesundheit bedrohen. Zugleich ist das Ziel, dass der Zugang zu diesen Therapien nachhaltig gesichert ist.

Die Investition des BMBF leistet einen entscheidenden Beitrag zu GARDP‘s derzeitigem Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt, der auf durch Gram-negative Erreger verursachte, sexuell übertragbare Krankheiten, Sepsis in Neugeborenen und pädiatrische Infektionen fokussiert. GARDP’s Bemühungen stellen sich den vielfältigen Herausforderungen in diesem Gebiet. So wurde zum Beispiel in mehreren Ländern eine alarmierende Zunahme von Gonokokken-Stämmen beobachtet, die gegen alle existierenden Medikamente resistent geworden sind.2 Zudem sterben bis zu 214 000 Neugeborene jährlich an Infektionen, die im Zusammenhang mit Resistenzen gegen Arzneimittel stehen.3

Mit den BMBF-Geldern wird auch die Forschung und Entwicklungs-Strategie von GARDP unterstützt, die darauf abzielt, ein Portfolio an neuen Medikamenten aufzubauen. Dazu gehört, Wissen, Daten und Erkenntnisse zu Antibiotika wiederzuerlangen, die in Vergessenheit geraten sind oder deren Entwicklung eingestellt wurde. Darüber hinaus soll einer neuen Generation von Forschern der Weg durch Ausbildungsmaßnahmen geebnet werden.

Ich bin hocherfreut, dass das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung den Kampf gegen antimikrobielle Resistenzen mit anführt. Antimikrobielle Resistenzen sind keine hypothetische Bedrohung. Die Entwicklung neuer Medikamente als Antwort darauf hat globale Priorität, vor allem in Bezug auf Gram-negative Infektionen und Bevölkerungsgruppen, die nicht im Fokus anderer Bemühungen stehen“, sagt Dr. Manica Balasegaram, geschäftsführender Direktor von GARDP. “Wir berücksichtigen alle Schritte bei der Entwicklung von Medikamenten, wie etwa die anfängliche Erkundung von Wirkstoffen sowie vorklinische Studien und klinische Studien mit Patienten. Entscheidend ist, dass Stewardship- und Zugangsmaßnahmen von Anfang integrale Bestandteile unserer Forschungs- und Entwicklungsstrategie sind.

Weltweit leiden viele Menschen an Infektionen, die nicht länger behandelbar sind, weil die Erreger gegen Medikamente resistent geworden sind. Dieses Problem besteht auch in Deutschland. Daher stellen wir uns der Herausforderung den Kampf gegen antimikrobielle Resistenzen anzugehen. Wir brauchen neue wirksame Antibiotika beziehungsweise verbesserte Diagnose- und Präventionsmaßnahmen gegen mulitresistente Keime. Wir befürworten eine bessere globale Koordination von Forschung und Entwicklung gegen antimikrobielle Resistenzen, und wir bauen unsere Unterstützung an einer Reihe von nationalen und internationalen Forschungsinitiativen aus. Wir sind überzeugt, dass die Forschung und Entwicklungs-Strategie von GARDP dringend benötigte Medikamente gegen Infektionen, die die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen weltweit betreffen, hervorbringen wird,” sagt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek.

 

Über GARDP

GARDP ist eine gemeinnützige Forschungs- und Entwicklungsinitiative, die sich der globalen öffentlichen Gesundheit widmet, indem sie neue oder bessere Antibiotika entwickelt und bereitstellt. Gleichzeitig soll der nachhaltige Zugang zu den Mitteln gesichert werden. GARDP wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Drugs for Neglected Diseases initiative (DNDi) ins Leben gerufen. Die Initiative ist ein wichtiger Bestandteil des globalen Aktionsplans der WHO gegen antimikrobielle Resistenzen (AMR). Dieser fordert neue Produktentwicklungspartnerschaften zwischen öffentlichen und privaten Partnern, um Forschung und Entwicklung für neue Antibiotika und Diagnostika zu fördern. GARDP betreibt ihre Aktivitäten derzeit im Rahmen der Organisationsstruktur von DNDi. www.gardp.org

 

Medienkontakt

Susan Frade
Senior Communications Manager
sfrade@dndi.org
Tel: +41 22 907 76 28
Mob: +41 79 640 00 99

 

References

1 O’Neill, J. (Chair) (2016). Tackling drug-resistance globally: Final Report and recommendations. Available: here

2 Wi, T. et al. (2017). Antimicrobial resistance in Neisseria gonorrhoeae: Global surveillance and a call for international collaborative action. PLOS Medicine: Jul 7;14(7):e1002344.

3 Laxminarayan, R. et al.  (2016). Access to effective antimicrobials: a worldwide challenge. The Lancet: 387; 168-75.